Bericht vom 12. Stierenberglauf 2020

Der Stierenberglauf startet am wunderschönen Schwarzsee im Kanton Fribourg, jeweils am Nationalfeiertag unseres Landes. 300 Läuferinnen, Läufer und Walker absolvierten die 10 km lange Strecke zum Bärghuus Riggisalp. Wir trotzten dem Hitzetag. Die Strecke führte die ersten 1.8 km unmittelbar dem See entlang. Danach ging es sehr steil aufwärts. Der Weg wechselte in einen Trailpfad, welcher uns anfangs über mehrere nicht enden wollende Treppenabschnitte, gespickt mit Wurzeln und Steinen rasch in die Höhe führte. Die Frauen starteten pünktlich um 9.30 Uhr, angefeuert von den Männern, welche 9 Minuten später folgten. Die schnellsten Läufer haben uns bereits zwischen Kilometer 4 und 5 eingeholt. Die Wege waren zum Teil so schmal, dass die Athleten sich mittels Rufen bemerkbar machen mussten. Die Trailstrecke mit insgesamt 610 m Höhendifferenz empfand ich sehr anspruchsvoll, musste der Blick doch immer auf den Boden gerichtet sein. Die schöne Aussicht war dann auch die Belohnung für unsere Anstrengung.

Vom Bärghuus Riggisalp führte uns ein Sessellift zurück ins Tal. Dank den herrlichen Sommertemperaturen konnten wir im See schwimmen und die herrliche Landschaft geniessen. Der Lauf wird organisiert vom LA Pfaffeien. Klein aber fein, eingebettet in einer wunderbaren Landschaft.

Für den LSV Frauenfeld am Start waren

  • Christine Altorfer mit einer Zeit von 1:07:43                          3. Rang AK
  • Monika Frefel mit einer Zeit von 01:09:09                              4. Rang AK
  • Andreas Portner mit einer Zeit von 01:09:09                         29. Rang AK
  • Christoph Lippuner mit einer Zeit von 1:14:05                      37. Rang AK

Bericht vom Vogellisi Lauf in Adelboden 2020

Berglauf – der legendäre Klassiker

12,6 Kilometer, 860 Höhenmeter und eine spektakuläre Bergkulisse – das ist der Vogellisi Berglauf von Adelboden nach Sillerenbühl.

Rund 600 Läuferinnen und Läufer starteten am 17. Vogellisi Lauf. Auf Grund der Coronakrise wurden die Athletinnen und Athleten in 5 Startblöcke eingeteilt. Auf Duschen, Garderoben, eine Siegerehrung und den Spaghettiplausch mussten die Sportler verzichten. Stattdessen wurde ein grosszügiges Lunchpaket verteilt.

Vier Läuferinnen und Läufer des LSV Frauenfeld standen am Start. Für mich war dies der allererste Berglauf, während Christoph den Vogellisi schon einige Male gelaufen ist und inzwischen sehr viel Berglauf-Erfahrung gesammelt hat. Der Lauf in Adelboden war auch für Christine und Andreas neu.

Das Wetter war herrlich, der Himmel wolkenlos. Die Bedingungen konnten nicht besser sein.

Der Start befand sich bei der Mineralquelle in Adelboden. Entlang dem Allenbach und später dem Geilsbach schlängelte sich der Weg stetig aufwärts durch den Wald. Ab der Zwischenstation Bergläger wurde der Weg zunehmend steiler. Die Baumgrenze hatten wir bald hinter uns gelassen. Wir folgten den rot-weissen Wanderwegen über Brücken und auf Wiesen. Ab und zu mussten wir einem Kuhfladen ausweichen. Die Wanderer feuerten uns an und standen staunend am Wegrand. Rund zwei Kilometer vor dem Ziel, beim Hahnenmoos war die Höhe dann endlich erreicht. Die letzten Kilometer waren herrlich zum Laufen; die Aussicht und das Ziel vor Augen liessen uns buchstäblich zum Ziel fliegen, wäre da nicht noch der fiese Aufstieg auf den letzten Metern gewesen und ein Fotograf, welcher den Kampf hatte festhalten wollen…

Rangsliste aus Sicht des LSV

  • Monika Frefel 1:27:35 AK 5. Platz
  • Christine Altdorfer    1:28:54 AK 7. Platz
  • Andreas Portner 1:31:38 AK 50. Platz
  • Christoph Lippuner  1:38:12 AK 66. Platz

Nach dem Motto, nach dem Lauf ist vor dem Lauf; Christoph und Andreas stehen am nächsten Samstag am Start des SwissAlpine in Davos.

Homepage vom Vogellisi Berglauf: https://www.vogellisi-berglauf.ch/berglauf

Bericht vom 4. Kesswiler Seelauf 2020

Es hatte sich schnell herumgesprochen, der 4. Kesswiler Seelauf wurde entgegen aller Vermutungen bezüglich Corona durchgeführt. Das Anmeldeportal wurde früher geschlossen, denn die Startplätze waren sehr begehrt. Die Läuferinnen und Läufer sind von weit her angereist, allen voran die Waffenläuferinnen und Waffenläufer.

Vom LSV Frauenfeld waren Andreas Portner, Christoph Lippuner und Monika Frefel am Start, wobei die Letztere die Startnummer von Dana Meier übernehmen konnte, welche krankheitshalber ausgefallen ist.

Nach den Trailläufen war das Gefühl für die schnellen Läufe weg. Der Körper hat sich auf die langsamen langen Läufe eingestellt. Wir waren dann auch sehr überrascht über die schnellen Zeiten, welche wir gelaufen sind. Die schnellste Frau ist mit einer Zeit von 50:12,23 über die Ziellinie gelaufen. Sie war ebenfalls eine Teilnehmerin der Trailtage.

Rangsliste aus Sicht des LSV

  • Monika Frefel: 58:29,45 AK 1. Platz
  • Andreas Portner: 57:01,02 AK 14. Platz
  • Christoph Lippuner: 1:00:54,00 AK 18. Platz

Fotos: Raffael Brandenberger

Homepage des Kessilwer Seelaufs: https://stvkesswil.ch/seelauf/

Bericht von der Berner-Walliser Alpen-Tour 2020

Berggeissen im Trailrunningfieber

Die Corona-Zeit hat vier LSV’ler inspiriert neues auszuprobieren. Wie heisst es doch so schön: Keine Läufe, keine Herausforderung. Dies jedenfalls gilt für die männlichen Mitglieder unserer Gruppe. So ist die Idee entstanden, an einem Berglauf oder einer Trailrunningtour teilzunehmen. Während die männlichen Mitglieder unserer Gruppe nach Bergläufen suchten, habe ich mich nach einer Trailrunningtour umgehört. Der Tipp von Steffi Isler tönte verheissungsvoll: die Berner-Walliser Alpen-Tour vom 4. bis 7. Juli von der Mega Joule GmbH! Nach erfolgter Anmeldung kam dann allerdings die erste Nervosität auf, wurde doch in der Bestätigung des Veranstalters empfohlen, auch das Abwärtslaufen zu trainieren. Unsere Trainingsläufe im Team auf den Kronberg, das Schnebelhorn und die Hundwilerhöhe waren eine willkommene Abwechslung in unserer Laufagenda. Doch würde es möglich sein, innert vier Tagen rund 95 Kilometer und beinahe 5’000 Höhenmeter zu bestreiten?

Am Samstag 4. Juli besammelten wir uns in Kandersteg zu unserem ersten Traillauf. Das Gepäck konnten wir abgeben, denn unser Zielort war Leukerbad. Einige der Läuferinnen und Läufer – mit bestem Material ausgerüstet – machten einen sehr professionellen Eindruck. Und wir? Andreas machte sich über meinen „Kuhglockenrucksack“ lustig, was sogleich an meinem Selbstvertrauen kratzte. Werde ich mit diesem Ding den Berg hinaufkommen? Werde ich das Tempo mithalten können?

Bereits die erste Etappe war ein Berner Oberländer Klassiker: von Kandersteg führte der Weg über den Gemmi nach Leukerbad. Für Trailrunner sind Luftseilbahnen ein Tabu; den Aufstieg zum Sunnbüel legten wir selbstverständlich mit eigener Muskelkraft zurück. Meine Bedenken waren schnell verflogen. Trailrunning heisst nicht, den ganzen Weg joggend unterwegs zu sein. Steile Passagen können durchaus laufend oder mit Hilfe von Trailrunningstöcken zurückgelegt werden. Stöcke rein und raus … das musste noch geübt werden, wollte ich doch keine Zeit verlieren und nicht jedes Mal auf die Hilfe von Christoph angewiesen sein. Über den Gemmipass sind wir dann nach Leukerbad gejoggt. Der Abstieg auf diesem sehr steinigen Weg (3 Kilometer und 1’000 Höhenmeter) war für mich eine echte Herausforderung, und innerlich habe ich mich schon geärgert über meine Unfähigkeit. Warum konnten Christoph und Andreas diesen Teil so leichtfüssig laufen? Mein Ehrgeiz war geweckt und mein Ziel gesteckt.

Am zweiten Tag sind wir über Brücken, Blumenwiesen, Schneefelder und durch Bäche entlang der weiss-roten Wanderwege zur Flüealp gelaufen. Von dort joggten wir über den Wolfstritt durch herrliche Wälder, Sümpfe sowie über Steine und Wurzeln zurück nach Leukerbad. Der Waldboden war voll mit Waldameisen. Trailrunning tönt sehr idyllisch, es braucht jedoch eine unglaubliche Konzentration. Tiefgründige Gespräche oder Träumereien sind nicht möglich. Stürze auf den schmalen und zum Teil sehr steilen Wegen entlang von Abhängen wären fatal.

Von Leukerbad führte uns die Route am 3. Tag weiter nach Crans Montana. Der Aufstieg kam uns unendlich lange vor, wohl auch, weil wir bereits 38 Kilometer und 2’000 Höhenmeter in den Beinen hatten. Dan meinte, nach spätestens 3 Kilometern würden wir den Muskelkater nicht mehr spüren. Belohnt wurden wir mit wunderschöner Sicht auf die Walliser Alpen auf der Alpage du Sex, wo wir eine Pause einlegten.

Die Königsetappe und zugleich letzte Tour führte uns von Crans Montana über den Rewilpass nach Lenk. Auf dem Suonenweg und entlang von Felswänden, sind wir zum Stausee Lac de Tseuzier gejoggt, mit Kurzhalt bei den Wasserfällen. Danach gings steil hinauf auf den Pass, wo Murmelilaute zu hören waren. Auf 2’400 Metern war es dann derart kalt, dass wir uns eine Jacke überziehen mussten. Von der Passhöhe hinab zur Iffigenalp erwartete uns ein sehr anspruchsvoller und steiler Abstieg: 1’100 Höhenmeter innerhalb von 4 Kilometern. Nur keine Müdigkeit zeigen, bald sind die 30 Kilometer geschafft. Das Vertrauen in den Körper war mittlerweile so gross, dass wir den Abstieg über Felsen, Schnee und Steine zur Alp wie Wiesel meisterten. Von der Iffigenalp waren es allerdings nochmals rund 8 Kilometer bis nach Lenk, die es „trailmässig“ zu meistern galt.

Die Trailrunningtage waren sehr anspruchsvoll und abwechslungsreich. Dank wunderschönem Wetter und einem tollen Leiterteam (Luzia und Dan) war die Tour ein voller Erfolg. Insgesamt sind wir während 4 Trailtagen 92 Kilometer, 4’896 Höhenmeter up und 5’076 Höhenmeter down gelaufen.

Das Trailfieber hat uns gepackt, neue Freundschaften wurden geschlossen, und mein „Kuhglockenrucksack“ hat sich bewährt! Die Frage ist, ob es für uns überhaupt noch möglich ist, in den Bergen zu „wandern“? Unseren ersten Trailrun werden wir im August absolvieren, zusammen mit einem weiteren LSV Mitglied.

Andreas, Christoph und Moni

9.7.2020/mf

Mehr Fotos hier auf Flikr

Bericht vom Salmsacher Grenzlauf 2020

Nicole Lohri vor allen LSV Männern

Am Salmsacher Grenzlauf vom 16.02.2020 waren der Jahreszeit entsprechend abnormal warme Temperaturen von 16 Grad angesagt. Jedoch ganz so warm wurde es dann doch nicht, was am bedeckten Himmel lag. Trotzdem hielt es viele Läuferinnen und Läufer nicht davor ab in kurzen Hosen zu starten.

Der Grenzlauf am Bodensee war vom TV Salmsach einmal mehr hervorragend organisiert. Die Anmeldung wurde zügig durchgeführt. Ebenso sind die gut organisierten Festwirtschaften und die speditive Rangverkündung (bei Sonnenschein) besonders erwähnenswert. Zudem wurden bei den matschigen Laufteilen Sägemehl gestreut so dass praktisch alle Teilnehmenden mit sauberen Laufschuhen ins Ziel liefen. Für den schreibenden gibt es für die Organisatoren die Bestnote. Der TV Salmsach wurde dann auch belohnt mit 230 Erwachsenen, 120 Kindern und 30 Nordicwalkern.

Nicole Lohri liess beim 11.2 Kilometer Lauf keinem der mitgereisten LSV Männern den Vortritt. Sie duellierte sich jedoch mit anderen Männern auf der Laufstrecke was allen eine gute Zeit einbrachte. Im Klassement lief sie mit einem Rückstand von nur gerade 31 Sekunden auf den 2. Rang der Kategorie W40. Auch wenn Nicole alle LSV Männer hinter sich liess zeigten sich diese im Ziel gut gelaunt und zufrieden.

Das LSV Klassement

  • W40
    • 2. Nicole Lohri 45.09;
  • M50
    • 18. Philipp Lohri 47.55;
    • 22. Christoph Lippuner 51.24;
    • 23. Andreas Portner 51.42;
  • M60
    • 12. Sämi Schmid 52.03;

http://www.stv-salmsach.ch/images/grenzlauf/Rangliste-2020.pdf

17.02.2020 Sämi Schmid

Bericht vom Lauf-Cup in Frauenfeld 2020

Erichs 20igster…

Seit zwanzig Jahren war er der Chef, hat die Strecke organisiert, ausgesteckt, aufgeräumt, Streckenposten zugeteilt, dafür gesorgt, dass jede und jeder einen Spezialtee bekommt und auch sonst mit guten Sachen versorgt wird, wenn das Ziel erreicht ist. Erich Gentsch und der Lauf-Cup in Frauenfeld waren für zwanzig Jahre ein Paar und heute schien ihm die Sonne.

Es war fast ein wenig Frühlingshaft. Und ob dem neuen Velo zu Hause, den damit aufkommenden Triathlon Gefühlen, wurden – schwups- die Handschuhe und die Mütze zu Hause vergessen und der Obergfrörli ging ohne Handschuhe an den Start. Es ging jedoch vielen genau gleich, nur war der Start ohne Wintermantel, Handschuhe, Mütze, Schal und doppeltem T-Shirt vermutlich nicht ganz so unabsichtlich. Es schien wirklich so, als würde doch langsam der Frühling auf uns zukommen.  

Bei schönstem Wetter ging es los auf die bekannte Winterlaufstrecke. Noch ein wenig matschig, aber warm und praktisch windstill. (Wie es der Sprössling des LSVs geschafft hat, mit weissen noch fast sauberen Schuhen im Ziel anzukommen ist uns allen ein Rätsel. Der ist wahrscheinlich geflogen!)

Die Strecke ist 13 Kilometer lang. Wahrscheinlich weiss Erich genau, wo die Kilometer Schilder angebracht werden müssen. Pünktlich nach jedem Schild piept es bei den Läuferinnen und Läufern am Handgelenk. Ein kurzer Blick auf die Laufuhr, um zu schauen, ob man wirklich so schnell ist, wie es sich anfühlt, und weiter geht es. Endlich nicht mehr frieren, endlich wärmt einen die Sonne wieder. Kommen da schon die Schneeglöckchen und Schlüsselblumen hervor? Das Schielen neben die Strecke zeigt jedoch keine Frühlingsblumen. Es ist erst der 8. Februar, es ist immer noch Winter – aber nicht mehr lange, das steht fest.

Die Strecke ist ideal für Läuferinnen und Läufer, die langsam aus der Winterruhe erwachen. Nicht zu kurz, nicht zu lang. Es ist meistens flach, aber dennoch muss man den einen oder anderen Anstieg bewältigen, man kommt langsam wieder in Fahrt, die wintermüden Knochen und Muskeln beginnen und kribbeln. Im Ziel sind alle glücklich. Die Laufresultate sind gut, jetzt kann er kommen, der erste Lauf der Vereinsmeisterschaft in einem Monat, wir sind bereit. Ein Schluck von Bossis Spezialtee und ein Mini Gnusszipfel… äh Nussgipfel und dann wird gemütlich ausgelaufen. Von der Zuckerfabrik haben es die meistens nicht so weit nach Hause, das geht gut zu Fuss.

Auf dem nachhause Weg kommt ein Auto entgegen, das Fenster ist heruntergelassen und eine behandschuhte Hand erscheint, winkt und macht das Daumen-hoch-Zeichen. Es ist Erich, der gerade die Posten einsammelt.

„Gut gelaufen?“ will er wissen. Also, die Fingernägel waren nicht lackiert und das ohne Handschuhe. Aber ja, es lief super. Danke Erich! Danke für einen grossartigen Lauf und deinen Einsatz über all die Jahre. Es ist dein Lauf-Cup, der Lauf-Cup in Frauenfeld. Und er ist super!

mw

Offizielle Seite des Lauf-cups in Frauenfeld

LSV am Eschlikoner Silvesterlauf 2019

Ein etwas anderer Bericht

30.12.2019, Eschlikon – noch rund 30 Stunden bis ein neues Jahrzehnt beginnt.

Kalt ist es, wirklich kalt, so kalt, dass man viele Läufer darüber sprechen hört. Die meisten sind aber trotzdem gut gelaunt: Es ist klar am Himmel und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu regnen beginnt ist so klein, dass sicherlich niemand vorsichtshalber eine Regenjacke in der Sporttasche deponiert hat.

Unter den zahlreichen Laufbegeisterten, die sich in Eschlikon eingefunden haben um den dortigen Silvesterlauf zu bestreiten, befinden sich auch sechs LSV’ler – gewillt den letzten (oder vorletzten: nur jemand) Wettkampf des Jahres zu laufen.

Um Punkt 18 Uhr fällt der Startschuss und die Läufer, unter denen sich auch die Unsrigen befinden, laufen los – die Strasse runter, die in die Dunkelheit führt, der aber mit Fackeln versucht wird entgegenzuwirken.

Vielleicht ist das so, wie der Jahreswechsel: Man läuft in etwas Neues, Unbekanntes. Wobei, nein, das ist kein gutes Symbol: Wir wissen ja eigentlich, dass auch das kommende Jahr mehr oder weniger gleich sein wird, wie das Vorangegangene.

Obwohl, spätestens seit dem Einlaufen wissen wir auch, wie es dort auf der Strasse in der Dunkelheit aussieht – vielleicht ist es somit gar nicht so falsch den Jahreswechsel mit der Strasse in Eschlikon, die ins Dunkle führt, gleichzusetzen. An Silvester nimmt man ja irgendwie Abschied vom alten Jahr, doch es ist kein wirklicher Abschied, man schaut meist nicht traurig zurück, obwohl man das alte Jahr verabschiedet. Vielleicht ist dies so, weil der Abschied mit einem Anfang einhergeht und weil wir wissen, dass sich grösstenteils nicht viel verändern wird.

Aber zurück zum Lauf: In Eschlikon werden 6.8 Kilometer gelaufen und dies auf vier Runden. Die Strecke ist nicht monoton, aber auch nicht super abwechslungsreich – etwa so wie ein typisches Jahr: Man muss sich kurz mal bergauf kämpfen, es geht mal schnell abwärts, es gibt Geraden, die ins Dunkel führen und Geraden bei denen man sieht, wo man endet und es wiederholt sich das Ganze mehrmals. Ja, wie das Leben!

Unsere Helden in grün (zumindest diejenigen, die das Vereinsdress tragen) laufen diese vier Runden und treffen nach und nach im Ziel ein. Dort wird einander fleissig gratuliert, den einen oder anderen Schwatz gehalten und viel gelacht. Diese Stimmung findet man nach dem Auslaufen auch in der Garderobe vor: Lauter fröhliche Gesichter. Es fallen gar Kommentare wie: „Da isch ez würkli eifach geil gsi!“

Krass; wir sind alle zufrieden, und irgendwie spielen hier die Resultate gerade eine untergeordnete Rolle. Vielleicht sind wir uns alle einfach bewusst, dass für dieses Jahr eigentlich alles vorbei ist. Für mich stimmt dies zumindest – ich wollte keinen Podestplatz, ich wollte nur noch einmal einen Lauf laufen und ich tat es. Einmal keinen Leistungsdruck, einmal einfach zufrieden sein, nicht an sich zweifeln, einfach laufen ohne grosse Analyse nachher – nein, einfach laufen und geniessen.

Laufen und geniessen! Nicht oft, dass ich mir dies vornehme, nein, wirklich nicht oft; selten wäre hier die passendste Formulierung, obwohl auch das vielleicht noch ein wenig zu schwach wäre. In Eschlikon jedenfalls habe ich es getan. Dass ich gelaufen bin trifft auch auf die anderen Läufe zu, aber habe ich dort auch genossen? Habe ich dort wirklich die Intention gehabt, dass ich auch geniessen möchte?

Ich denke lange über die Antwort nach und kann sie trotzdem nicht finden – das ist vermutlich Antwort genug.

Viele Läufer bezeichnen das Laufen als Medizin, doch was für eine Medizin? Medizin, die man zum Leben braucht, oder Medizin, die einem das Leben vereinfacht? Wieso macht man sich von etwas abhängig, identifiziert sich über etwas? Wieso nicht einfach das Laufen als Passion sehen, doch sehen, dass es noch anderes gibt? Nein, nicht Beruf! Beruf ist genau der gleiche Schwachsinn! Einfach etwas anderes, etwas, wo man weder Druck noch Stress oder alles andere, das einem innerlich auffrisst, verspürt. Etwas, wo man im Moment ist und nicht ständig zu weit voraus denkt. Einfach einmal im Moment leben, ein so dummer Spruch, der aber irgendwie doch stimmt.

Das Laufen lockerer nehmen, nicht vom Umfang her, aber mental: Ein guter Vorsatz für ein neues Jahr, aber ich werde mir dies aber nicht vornehmen – nicht vornehmen, weil ich mir sonst einen Druck mache, ich müsse meinen Vorsatz einhalten.

Ja lieber Leser, der Diskurs hat sich hier gerade sehr stark verschoben und ist sehr persönlich geworden, sorry dafür.

Also wieder zurück zu dem, worum es ursprünglich einmal ging: Den Silvesterlauf in Eschlikon und die LSV’ler, die daran teilnahmen. Alle waren erfolgreich und würden sich als zufrieden bezeichen. In Resultaten (die eigentlich nicht wichtig sind, weil wir für uns teilnahmen und eigentlich nur laufen wollten) bedeutet dies:

  • Andrin Jacomet 24:37 (3. U20m)
  • Nicole Lohri 25:55 (2. F40)
  • Philipp Lohri 27:38 (10. M50)
  • Christoph Lippuner 27:41 (12. M50)
  • Sämi Schmid 28:37 (2. M60)
  • Andreas Portner 29:09 (14. M50)

Hier noch der Link zur vollständigen Rangliste.

Das Jahr endet demnächst und so auch dieser Bericht, der vielleicht nicht ganz der konventionellen LSV-Art entsprach.

Merci allen LSV’lern, die mich immer wieder anfeuern, mir gratulieren und mich motivieren – das ist wirklich wertvoll!
Einen guten Rutsch und bis bald in neuer Frische!

Test der neuen Vereinslaufstrecke 2019

Testlauf bei sonnigem Herbstwetter

Obschon der zweite Lauf des Lauf-Cups über die Bühne ging, folgten 12 Unerschrockene dem Aufruf des Vorstands.

Pünktlich um halb Neun wagten sich die Teilnehmer auf die neue Strecke. Über schöne Waldwege, vorbei an Bächlein und über verschiedene Brücken gelangten wir via Halinger Tobel nach Matzingen.

Auf relativ direktem Weg ging es nun zurück ins Huben. Auf den letzten knackigen Anstieg von 30 Höhenmetern folgte noch die flache Schlussstrecke. Einmal über die Hauptstrasse und schon waren wir zurück – ich sehe schon die Läuferinnen und Läufer über die Ziellinie fliegen.

Nicht ganz 12 km, 200 Höhenmeter und viele tolle Gespräche sind einfach ein super Einstieg in einen sonnigen Herbsttag!
Danke den Organisatorinnen, ich freue mich jetzt schon auf den neuen Lauf.

Bericht vom Chicago Marathon 2019

Eine LSV Läuferin und ein LSV Läufer am Chicago Marathon

Als Präsidium des Frauenfelder Stadtlauf und als Mitglieder des LSV Frauenfeld nahmen Nicole und Philipp Lohri mit 45000 anderen Läuferinnen und Läufer am Chicago Marathon teil. Der Chicago Marathon ist einer der weltweit grössten Marathon und gehört zu den World Marathon Majors .  Dieser Zusammenschluss von Marathon Veranstaltern  beinhaltet  folgende Marathonanlässe.  Tokio Marathon, Boston Marathon, London Marathon, Berlin Marathon, Chicago Marathon und den New York Marathon.

Aufgrund seines flachen Kurses wurden beim Chicago Marathon bereits Weltbestleistungen gelaufen. Der Anlass fand am 13. Oktober 2019 statt.

Nicole Lohri möchte alle diese Majors in ihrer Laufkarriere absolvieren. Sie hat nun bereits drei, der insgesamt sechs, Majors Marathon gelaufen. 

Beim Chicago Marathon wurde sie von ihren Gefühlen in die vielleicht wichtigste Zutat bei einem Lauferlebnis geführt. In ein Flow-Erlebnis welches sie, zusammen mit einem schönen Laufstil, zu einer enorm guten Endzeit führte. Sie lief mit einer Zeit von 2.58h auf den zweiten Kategorienrang und wurde zudem noch schnellste Schweizerin.  Die strahlende und glückliche Laufausbilderin (esa) und dreifache Mutter hat nur lobende Worte über die Stadt am Michigansee und für die Organisatoren übrig.

Ihr Mann, Philipp Lohri,  konnte nach einer erst kürzlich erfolgten Fussoperation untrainiert diesen Marathon finishen.  Einfach nur glücklich und noch voller Motivation lief er im Ziel ein. Es wird als ein unvergessliches Erlebnis in seinen Erinnerungen haften bleiben.

Immer am zweiten Oktobersonntag findet der München Marathon statt.  Der Organisator der beliebten Stadtlauf-Ehrung  „ Die schnellsten Frauenfelderin und der schnellste Frauenfelder“, Sämi Schmid, nahm über die Halbmarathondistanz bei diesem Laufevent statt.  Er lief die halbe Distanz, aber dies bei vollem Genuss. Mit seiner optimistischen und gewinnenden Art erreichte Sämi Schmid das Ziel in 1.42h und konnte in seiner Kategorie den fünften Platz erzielen.  Nach dem Zieleinlauf in das Olympiastadion gönnte er sich strahlend ein, für München, typisches feines Bier.

Für Nicole, Sämi und Philipp  war alles im Einklang. Ein Flow eben.

Philipp Lohri

Bericht vom #Women’s 100

Wieso sieht man eigentlich fast nur männliche Radfahrer auf den Strassen? Sei dies in Gruppen oder allein, es sind fast nur die Männer, die an schönen Tagen mit dem Rennrad unterwegs sind. Wenn, dann sieht man sie Pärchen Weise.  Oft ganz Klischee mässig: Mann auf dem Rennrad, die Frau mit hängender Zunge hinterher, weil sie mit musste oder dann auf dem E-Bike (auch weil sie mit musste und wenn, dann nur so!) Aber dass es sie gibt, die weiblichen schnellen Rennradfahrerinnen, ist eigentlich sonnenklar. Eine davon ist Simone Sonderegger aus Frauenfeld. Man sieht sie nur fast nicht, wenn sie auf dem Rennrad oder mit ihrem Zeitfahrrad unterwegs ist, eben weil sie so schnell ist. Wusch – und schon ist sie vorbei! Am Samstag, den 14. September organisierte sie deswegen einen Cappuccino Ride nur für Frauen. Das unter dem Label women’s 100. * Und weil sich die Radfahrerinnen in Frauenfeld ein wenig kennen und jede zur jeder irgendwo eine Verbindung hat, fanden sich an diesem Samstag Morgen aus allen Ecken zehn Frauen auf schnellen Rädern beim Badiparkplatz in Frauenfeld ein. Vier davon vom LSV Frauenfeld.

In zweier Kolonne, schön geschlossen fuhren die Damen durch Frauenfeld und bewirkten das, was sie wollten. Man schaute ihnen nach, sei es mit Bewunderung oder Erstaunen. Aber man hat sie gesehen, die schnellen Radfahrerinnen und das immer diszipliniert in einer geschlossenen Gruppe, entweder in zweier oder einer Kolonne von Frauenfeld über Bischofszell nach Arbon und dann über Weinfelden wieder zurück. Mit der Kaffeepause in Arbon waren die Damen fünf Stunden unterwegs und das mit einem guten Schnitt von 25,6 km/h. (Und nein, wir mussten nicht dauernd eine Bisipause einlegen und gejammert wurde auch nicht) Gestoppt wurde nur in Arbon, ausgeklickt aus den Pedalen vielleicht zwei bis drei Mal, alles andere ging fahrend, sei es Verpflegung, trinken, Fotos machen mit dem Handy und plaudern. Beeindruckend nicht, was die Frauen auf dem Rennrad alles fertigbringen und das bei dieser Geschwindigkeit. Man sollte sie öfters sehen, diese Damen. Vielleicht tut man das ja nun auch in Zukunft, wer weiss. Vielen Dank Simon fürs Organisieren und die tadellose Streckenführung. Du kennst das Veloland Thurgau ja auswendig!

Mehr dazu unter dem link https://www.rapha.cc/ch/de/stories/womens100