LSV am Eschlikoner Silvesterlauf

Ein etwas anderer Bericht

30.12.2019, Eschlikon – noch rund 30 Stunden bis ein neues Jahrzehnt beginnt.

Kalt ist es, wirklich kalt, so kalt, dass man viele Läufer darüber sprechen hört. Die meisten sind aber trotzdem gut gelaunt: Es ist klar am Himmel und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu regnen beginnt ist so klein, dass sicherlich niemand vorsichtshalber eine Regenjacke in der Sporttasche deponiert hat.

Unter den zahlreichen Laufbegeisterten, die sich in Eschlikon eingefunden haben um den dortigen Silvesterlauf zu bestreiten, befinden sich auch sechs LSV’ler – gewillt den letzten (oder vorletzten: nur jemand) Wettkampf des Jahres zu laufen.

Um Punkt 18 Uhr fällt der Startschuss und die Läufer, unter denen sich auch die Unsrigen befinden, laufen los – die Strasse runter, die in die Dunkelheit führt, der aber mit Fackeln versucht wird entgegenzuwirken.

Vielleicht ist das so, wie der Jahreswechsel: Man läuft in etwas Neues, Unbekanntes. Wobei, nein, das ist kein gutes Symbol: Wir wissen ja eigentlich, dass auch das kommende Jahr mehr oder weniger gleich sein wird, wie das Vorangegangene.

Obwohl, spätestens seit dem Einlaufen wissen wir auch, wie es dort auf der Strasse in der Dunkelheit aussieht – vielleicht ist es somit gar nicht so falsch den Jahreswechsel mit der Strasse in Eschlikon, die ins Dunkle führt, gleichzusetzen. An Silvester nimmt man ja irgendwie Abschied vom alten Jahr, doch es ist kein wirklicher Abschied, man schaut meist nicht traurig zurück, obwohl man das alte Jahr verabschiedet. Vielleicht ist dies so, weil der Abschied mit einem Anfang einhergeht und weil wir wissen, dass sich grösstenteils nicht viel verändern wird.

Aber zurück zum Lauf: In Eschlikon werden 6.8 Kilometer gelaufen und dies auf vier Runden. Die Strecke ist nicht monoton, aber auch nicht super abwechslungsreich – etwa so wie ein typisches Jahr: Man muss sich kurz mal bergauf kämpfen, es geht mal schnell abwärts, es gibt Geraden, die ins Dunkel führen und Geraden bei denen man sieht, wo man endet und es wiederholt sich das Ganze mehrmals. Ja, wie das Leben!

Unsere Helden in grün (zumindest diejenigen, die das Vereinsdress tragen) laufen diese vier Runden und treffen nach und nach im Ziel ein. Dort wird einander fleissig gratuliert, den einen oder anderen Schwatz gehalten und viel gelacht. Diese Stimmung findet man nach dem Auslaufen auch in der Garderobe vor: Lauter fröhliche Gesichter. Es fallen gar Kommentare wie: „Da isch ez würkli eifach geil gsi!“

Krass; wir sind alle zufrieden, und irgendwie spielen hier die Resultate gerade eine untergeordnete Rolle. Vielleicht sind wir uns alle einfach bewusst, dass für dieses Jahr eigentlich alles vorbei ist. Für mich stimmt dies zumindest – ich wollte keinen Podestplatz, ich wollte nur noch einmal einen Lauf laufen und ich tat es. Einmal keinen Leistungsdruck, einmal einfach zufrieden sein, nicht an sich zweifeln, einfach laufen ohne grosse Analyse nachher – nein, einfach laufen und geniessen.

Laufen und geniessen! Nicht oft, dass ich mir dies vornehme, nein, wirklich nicht oft; selten wäre hier die passendste Formulierung, obwohl auch das vielleicht noch ein wenig zu schwach wäre. In Eschlikon jedenfalls habe ich es getan. Dass ich gelaufen bin trifft auch auf die anderen Läufe zu, aber habe ich dort auch genossen? Habe ich dort wirklich die Intention gehabt, dass ich auch geniessen möchte?

Ich denke lange über die Antwort nach und kann sie trotzdem nicht finden – das ist vermutlich Antwort genug.

Viele Läufer bezeichnen das Laufen als Medizin, doch was für eine Medizin? Medizin, die man zum Leben braucht, oder Medizin, die einem das Leben vereinfacht? Wieso macht man sich von etwas abhängig, identifiziert sich über etwas? Wieso nicht einfach das Laufen als Passion sehen, doch sehen, dass es noch anderes gibt? Nein, nicht Beruf! Beruf ist genau der gleiche Schwachsinn! Einfach etwas anderes, etwas, wo man weder Druck noch Stress oder alles andere, das einem innerlich auffrisst, verspürt. Etwas, wo man im Moment ist und nicht ständig zu weit voraus denkt. Einfach einmal im Moment leben, ein so dummer Spruch, der aber irgendwie doch stimmt.

Das Laufen lockerer nehmen, nicht vom Umfang her, aber mental: Ein guter Vorsatz für ein neues Jahr, aber ich werde mir dies aber nicht vornehmen – nicht vornehmen, weil ich mir sonst einen Druck mache, ich müsse meinen Vorsatz einhalten.

Ja lieber Leser, der Diskurs hat sich hier gerade sehr stark verschoben und ist sehr persönlich geworden, sorry dafür.

Also wieder zurück zu dem, worum es ursprünglich einmal ging: Den Silvesterlauf in Eschlikon und die LSV’ler, die daran teilnahmen. Alle waren erfolgreich und würden sich als zufrieden bezeichen. In Resultaten (die eigentlich nicht wichtig sind, weil wir für uns teilnahmen und eigentlich nur laufen wollten) bedeutet dies:

  • Andrin Jacomet 24:37 (3. U20m)
  • Nicole Lohri 25:55 (2. F40)
  • Philipp Lohri 27:38 (10. M50)
  • Christoph Lippuner 27:41 (12. M50)
  • Sämi Schmid 28:37 (2. M60)
  • Andreas Portner 29:09 (14. M50)

Hier noch der Link zur vollständigen Rangliste.

Das Jahr endet demnächst und so auch dieser Bericht, der vielleicht nicht ganz der konventionellen LSV-Art entsprach.

Merci allen LSV’lern, die mich immer wieder anfeuern, mir gratulieren und mich motivieren – das ist wirklich wertvoll!
Einen guten Rutsch und bis bald in neuer Frische!

Test der neuen Vereinslaufstrecke 2019

Testlauf bei sonnigem Herbstwetter

Obschon der zweite Lauf des Lauf-Cups über die Bühne ging, folgten 12 Unerschrockene dem Aufruf des Vorstands.

Pünktlich um halb Neun wagten sich die Teilnehmer auf die neue Strecke. Über schöne Waldwege, vorbei an Bächlein und über verschiedene Brücken gelangten wir via Halinger Tobel nach Matzingen.

Auf relativ direktem Weg ging es nun zurück ins Huben. Auf den letzten knackigen Anstieg von 30 Höhenmetern folgte noch die flache Schlussstrecke. Einmal über die Hauptstrasse und schon waren wir zurück – ich sehe schon die Läuferinnen und Läufer über die Ziellinie fliegen.

Nicht ganz 12 km, 200 Höhenmeter und viele tolle Gespräche sind einfach ein super Einstieg in einen sonnigen Herbsttag!
Danke den Organisatorinnen, ich freue mich jetzt schon auf den neuen Lauf.

Bericht vom Chicago Marathon 2019

Eine LSV Läuferin und ein LSV Läufer am Chicago Marathon

Als Präsidium des Frauenfelder Stadtlauf und als Mitglieder des LSV Frauenfeld nahmen Nicole und Philipp Lohri mit 45000 anderen Läuferinnen und Läufer am Chicago Marathon teil. Der Chicago Marathon ist einer der weltweit grössten Marathon und gehört zu den World Marathon Majors .  Dieser Zusammenschluss von Marathon Veranstaltern  beinhaltet  folgende Marathonanlässe.  Tokio Marathon, Boston Marathon, London Marathon, Berlin Marathon, Chicago Marathon und den New York Marathon.

Aufgrund seines flachen Kurses wurden beim Chicago Marathon bereits Weltbestleistungen gelaufen. Der Anlass fand am 13. Oktober 2019 statt.

Nicole Lohri möchte alle diese Majors in ihrer Laufkarriere absolvieren. Sie hat nun bereits drei, der insgesamt sechs, Majors Marathon gelaufen. 

Beim Chicago Marathon wurde sie von ihren Gefühlen in die vielleicht wichtigste Zutat bei einem Lauferlebnis geführt. In ein Flow-Erlebnis welches sie, zusammen mit einem schönen Laufstil, zu einer enorm guten Endzeit führte. Sie lief mit einer Zeit von 2.58h auf den zweiten Kategorienrang und wurde zudem noch schnellste Schweizerin.  Die strahlende und glückliche Laufausbilderin (esa) und dreifache Mutter hat nur lobende Worte über die Stadt am Michigansee und für die Organisatoren übrig.

Ihr Mann, Philipp Lohri,  konnte nach einer erst kürzlich erfolgten Fussoperation untrainiert diesen Marathon finishen.  Einfach nur glücklich und noch voller Motivation lief er im Ziel ein. Es wird als ein unvergessliches Erlebnis in seinen Erinnerungen haften bleiben.

Immer am zweiten Oktobersonntag findet der München Marathon statt.  Der Organisator der beliebten Stadtlauf-Ehrung  „ Die schnellsten Frauenfelderin und der schnellste Frauenfelder“, Sämi Schmid, nahm über die Halbmarathondistanz bei diesem Laufevent statt.  Er lief die halbe Distanz, aber dies bei vollem Genuss. Mit seiner optimistischen und gewinnenden Art erreichte Sämi Schmid das Ziel in 1.42h und konnte in seiner Kategorie den fünften Platz erzielen.  Nach dem Zieleinlauf in das Olympiastadion gönnte er sich strahlend ein, für München, typisches feines Bier.

Für Nicole, Sämi und Philipp  war alles im Einklang. Ein Flow eben.

Philipp Lohri

Bericht vom #Women’s 100

Wieso sieht man eigentlich fast nur männliche Radfahrer auf den Strassen? Sei dies in Gruppen oder allein, es sind fast nur die Männer, die an schönen Tagen mit dem Rennrad unterwegs sind. Wenn, dann sieht man sie Pärchen Weise.  Oft ganz Klischee mässig: Mann auf dem Rennrad, die Frau mit hängender Zunge hinterher, weil sie mit musste oder dann auf dem E-Bike (auch weil sie mit musste und wenn, dann nur so!) Aber dass es sie gibt, die weiblichen schnellen Rennradfahrerinnen, ist eigentlich sonnenklar. Eine davon ist Simone Sonderegger aus Frauenfeld. Man sieht sie nur fast nicht, wenn sie auf dem Rennrad oder mit ihrem Zeitfahrrad unterwegs ist, eben weil sie so schnell ist. Wusch – und schon ist sie vorbei! Am Samstag, den 14. September organisierte sie deswegen einen Cappuccino Ride nur für Frauen. Das unter dem Label women’s 100. * Und weil sich die Radfahrerinnen in Frauenfeld ein wenig kennen und jede zur jeder irgendwo eine Verbindung hat, fanden sich an diesem Samstag Morgen aus allen Ecken zehn Frauen auf schnellen Rädern beim Badiparkplatz in Frauenfeld ein. Vier davon vom LSV Frauenfeld.

In zweier Kolonne, schön geschlossen fuhren die Damen durch Frauenfeld und bewirkten das, was sie wollten. Man schaute ihnen nach, sei es mit Bewunderung oder Erstaunen. Aber man hat sie gesehen, die schnellen Radfahrerinnen und das immer diszipliniert in einer geschlossenen Gruppe, entweder in zweier oder einer Kolonne von Frauenfeld über Bischofszell nach Arbon und dann über Weinfelden wieder zurück. Mit der Kaffeepause in Arbon waren die Damen fünf Stunden unterwegs und das mit einem guten Schnitt von 25,6 km/h. (Und nein, wir mussten nicht dauernd eine Bisipause einlegen und gejammert wurde auch nicht) Gestoppt wurde nur in Arbon, ausgeklickt aus den Pedalen vielleicht zwei bis drei Mal, alles andere ging fahrend, sei es Verpflegung, trinken, Fotos machen mit dem Handy und plaudern. Beeindruckend nicht, was die Frauen auf dem Rennrad alles fertigbringen und das bei dieser Geschwindigkeit. Man sollte sie öfters sehen, diese Damen. Vielleicht tut man das ja nun auch in Zukunft, wer weiss. Vielen Dank Simon fürs Organisieren und die tadellose Streckenführung. Du kennst das Veloland Thurgau ja auswendig!

Mehr dazu unter dem link https://www.rapha.cc/ch/de/stories/womens100

LSV Wochenende vom 7./8. September 2019

Auch ohne offiziellen LSV Anlass, war dies wieder ein geschäftiges Wochenende der LSV-ler.

Samstag: Rütilauf

Recht wenig haben sich beim ZüriLaufCup gemessen, dafür sind gleich aufs Podest gekommen:

  • 3. Rang W40 für Nicole Lohri mit 47.23,3 (6. Overall)
  • 2. Rang W60 für Vreni Neukomm mit 56.47,1 (28. Overall)

Samstag: Jungfrau Marathon

Die grösste Distanz kombiniert mit den meisten Höhenmetern haben Urs und Bossi vollbracht.

  • 65. Rang M60 für Urs Krähenbühl mit 5:23.56 (Overall 1613)
  • 110. Rang M55 für Peter Bosshard mit 5:14.40 (Overall 1376)

Samstag: Murianer Waffenlauf

In Muri haben Christoph und Andreas 14810m mit Packung absolviert.

  • 14. Rang WM50 für Christoph Lippuner mit 1:16.31
  • 15. Rang WM50 für Andreas Portner mit 1:17.07

Sonntag: 1. Schaffhauser Stadtlauf

Im kalten Regen des Sonntags haben sind zu guter letzt noch einige noch an die 7250m in Schaffhausen gewagt.

  • 1. Rang U20 für Andrin Jacomet mit 25:10,21 (15. Overall)
  • 3. Rang M60+ für Sämi Schmid mit 33:40,65 (161. Overall)
  • 12. Rang M50 für Christoph Lippuner mit 32:43,43 (72. Overall)
  • 47. Rang M40 für Manuel Jacomet mit 39:26,53 (1216. Overall)

LSV Wochenende vom 25./26. August 2019

Samstag: 12. Türlerseelauf

Erfolgreichter Tag für den LSV Frauenfeld am Türlerseelauf:

  • 2. Rang W40 für Nicole Lohri mit 57.51,8 (4. Overall)
  • 3. Rang W60 für Vreni Neukomm mit 1:12.26,4 (40. Overall)
  • 10. Rang M60 für Sämi Schmid mit 1:11.28,0 (146. Overall)
  • 29. Rang M50 für Chrisoph Lippuner mit 1:07.27,5 (111. Overall)
  • 32. Rang M50 für Andreas Portner mit 1:09.58,5 (134. Overall)

Sonntag: 30. Uster Triathlon

Auch am Triathlon Uster haben ein paar Vertreter des LSV einiges geleistet:

  • 12. Rang W35-44 für Yvonne Hutter mit 2:28:36,9 (42. Overall)
  • 14. Rang W35-44 für Miriam Widmer mit 2:31:33,3 (51. Overall)
  • 36. Rang M35-44 für Thomas Widmer mit 2:10:58,4 (92. Overall)

Bericht vom 30. Märchler Abendlauf 2019

190 Läuferinnen und Läufer absolvierten den 12,6 km langen Rundkurs um den Wägitalersee. Ähnlich wie beim Ägeriseelauf führt die Strecke unmittelbar dem See entlang. Gestartet wurde um 19.15 Uhr beim Restaurant Stausee in der Gemeinde Innerthal, dem kleinsten Dorf im Bezirk March. Über die Staumauer führte der Weg die ersten 2 km leicht abwärts auf die andere Seeseite. Die Kulisse ist herrlich: Berge und tiefblauer See. Es herrschte eine angenehme Stille. Ausser dem Postauto waren an diesem Abend wohl nur Einheimische sowie ein paar Wanderer und Biker unterwegs. Trotz nur leichter Kupierung forderte die Strecke all unsere Reserven. Lag es am schwülwarmen Wetter, oder ist das Gelände doch anspruchsvoller als gedacht? Wir waren uns in dieser Frage nicht einig.

Im Ziel angekommen, konnten wir uns im See abkühlen. Duschen standen keine zur Verfügung. Dafür wurden die Teilnehmenden mit einem Gutschein für ein Glace im Restaurant belohnt. Der Lauf um den Wägitalersee wird organisiert vom Skiclub Wägital. Klein, aber fein, und zudem mit einer ansehnlichen Anzahl an Läuferinnen und Läufern.

Für den LSV Frauenfeld waren am Start:

  • Christoph Lippuner mit einer Zeit von 58′ 05″     11. Rang AK
  • Monika Frefel mit einer Zeit von 01h 01′ 07″       2. Rang AK
  • Peter Bader mit einer Zeit von 51′ 04″                    1. Rang AK

https://www.sc-waegital.ch/maerchler-abendlauf/2019/

Bericht vom Swisssalpine K23 2019

Laufbericht über den Lauf des jüngstem LSV‘lers und seinen inneren Monolog

5:30, ich sollte resp. muss aufstehen – wahrlich zu früh, nicht nur im Anbetracht der Tatsache, dass Ferien sind, nein, auch, weil ich sogar an einem Schultag später aufstehe. Also: Aufstehen, Haare waschen, Haare föhnen, Haare bändigen (mithilfe Haarwachs), ein wenig Müesli essen, Zähne putzen und nun Tasche nehmen und los gehts zum Bahnhof.
Am Bahnhof wartet schon Andi. Mit ihm reisen Papa und ich.

6:48, der Zug fährt los.
Ich höre Podcasts auf der Fahrt; irgendwie muss ich nochmals ein wenig abgelenkt werden – ich bin nicht nervös, angespannt schon eher. Ich frage mich im Zug, ob ich noch einen Schlauchschal in der Sporttasche habe oder ob ich allenfalls sogar noch einen kaufen soll – es könnte sein, dass es regnet.

Nach einigen Umstiegen sind wir nun in Klosters.

Wir drei LSV‘ler starten alle im K23-Rennen, das von Klosters nach Davos führt. An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Bezeichnung K23 irreführend ist, da der Lauf 24 Kilometer lang ist!

Nach dem Holen der Startnummer geht es ans Umziehen und bald schon ans Einlaufen. Ich fokussiere mich aufs Rennen, schalte mein Hirn ab (vermeintlich, Spoiler: Das Hirn wird sowas von nicht abgeschaltet sein!) und versuche nicht mehr zu viel zu Denken.

10:45, der Start. Ich weiss, dass es am Anfang noch flach sein wird und laufe deshalb in einem zügigen Tempo auf den ersten Anstieg zu. Der erste Anstieg gelingt mir noch gut, zwar gehe ich einige Schritte, doch ich bin noch voller Elan und Energie.

Nach 29 Minuten, ich bin gerade etwa bei Kilometer 6.7, fängt es an zu regnen. Ich nerve mich, dass ich trotzdem keinen Schlauchschal habe. Mann, ich habe es gewusst!
Pflatsch, der Fuss steht im Bächlein; wieso haben sie denn hier kein „Brüggli“ gemacht! Egal weiter geht es!
Nun brennen meine Augen auch noch: Die Sonnencreme, die ich auf elterlichen Rat montiert habe, läuft wegen des Regens in meine Augen – die Sonne scheint nicht einmal, war ja klar, dass es für nichts war!
So egal, nur laufen, nicht denken!

Es folgen Wanderwege, die der Höhne nachgehen. Meine Motivation steigt wieder: Im Wald spürt man den Regen gar nicht so fest.
Ich werde überholt, doch ich kann mich der Überholerin anschliessen und laufe nun in einem guten Tempo mit der dritten Frau.

Getränkeposten, 8 Kilometer hinter mir, schnell etwas trinken und weiter geht es.
Ein Drittel ist schon geschafft, also gar nicht so schlimm.

Es geht wieder steiler bergauf, doch ich komme gut mit. Dann wieder bergab – wow, ich mag wieder, es ist ja alles gut.

Ich laufe nun einem Bach entlang; 11 Kilometer habe ich nun in den Beinen, noch nicht einmal die Hälfte, doch ich habe ja ein gutes Tram.

Nun kommt eine Steigung, ich muss einige Schritte gehen – schwupp, schon läuft ein anderer Läufer zwischen mir und meinem Zugpferdchen. Egal, einfach dranbleiben, dann läuft das schon. Zwei Minuten sind nun etwa vergangen, ich merke, wie mir das Bergauflaufen zusetzt. Ich muss nochmals einige, nein, einige viele Schritte gehen und verliere die Gruppe.
Ich Idiot, hätte ich einfach nochmals kurz weitergelitten, es wären vielleicht noch 30 Sekunden gewesen und oben wäre ich gewesen, wohlweislich MIT Gruppe – aber nein, ich Vollvogel musste natürlich die Warmduscher-Variante nehmen und laufen! Ich bin nun alleine, zwar sehe ich meine Begleiter von vorhin, aber die Change, dass ich wieder an sie herankomme ist <0. Hilft nix, weiterlaufen!

Kilometer 14, Getränkeposten. Ich konsumiere einen Gel.

Ich laufe weiter: Langsam, aber sicher taste ich mich wieder an ein „sinnvolles“ Flach-Tempo heran. Yes, ich laufe wieder in einem guten Tempo, der Regen ist fast nicht mehr zu spüren und STEIGUNG. Wieso jetzt?! Ich rege mich nicht auf, nein, ich zweifle nun. Aber was solls: Bergauf! Ich werde überholt, Frau vier und fünf nun ebenfalls vor mir.
Okay, jetzt habe ich keine Lust mehr, es geht bergauf, ich bin müde, und meine Waden halten mittlerweile auch nicht mehr viel von Bergauflaufen.

Ich bin oben! – Vor lauter Gedanken (die ich ja eigentlich ausschalten, unterdrücken wollte) habe ich gar nicht gemerkt, wie schnell ich oben bin. Also, weiter gehts; die Uhr sagt 16 Kilometer sind geschafft, also nur noch 8! Eine gute Neuigkeit.

Ich laufe weiter, mehr oder weniger gleichmässig – in den Bergen ist es eben halt nie wirklich flach.

Ich sehe den Davosersee, so weit kann es nicht mehr sein. Oder stopp: der Lauf ist 24 Kilometer lang, es ist kein Halbmarathon! Nochmals beissen! Weiter gehts!

Hinter mir läuft jemand mir On-Schuhen. Woher ich das weiss? Die Schuhe quietschen. Ich habe dann aber meine These noch mithilfe eines Blickes überprüft.

Mittlerweile habe ich 18 Kilometer hinter mir: Die Waden, wie auch und die Ansätze der Oberschenkel beim Knie machen zu. Super, genau das, was ich jetzt brauchen kann, so laufe ich nie unter zwei Stunden!
Gut, zwei Minuten lang weitertraben haben das Problem gelöst…

Meine Augen brennen wieder, doofe Sonnencreme! (Anzahl Minuten Sonne während des Laufes bis jetzt: Null)

Noch drei Kilometer, ich laufe nun auf einem Weg durch den Golfplatz in Davos.

Noch zwei Kilometer und ich muss mich ranhalten, dass ich vor der Zwei-Stunden-Marke im Ziel bin, doch es könnte machbar sein.

Noch einen Kilometer zeigt ein Schild zeigt. Ich raufe mich nochmals zusammen und versuche abermals ein wenig schneller zu laufen.

Die Rundbahn ist nun in Sichtweite – 1:57.49 sagt die Laufuhr – ranhalten!

Ich komme ins Ziel: 1:59.10,2 – zufrieden ist anders, doch ich bin unter zwei Stunden. Ich habe schwere Beine und Durst.

Drei Becher Iso, drei Becher Wasser, drei Rugeli Brot und fünf Viertel Apfel verlasse ich die Zielarena. Die vierte Frau, die mich überholt hat, spricht mich auf Englisch an, ob Bergauf laufen nicht so meins sei. Ich bejae und sie erzählt mir, dass sie von Griechenland komme, sie arbeite hier in Davos. Wir suchen zusammen unser Gepäck und finden es auch. Anschliessend haben wir noch eine kleine Diskussion über Übertraining und dann trennen sich unsere Wege auch schon.

Ich gehe duschen.

Ich bin kaputt.

Ich dehne in der Dusche.
Wieso man das immer wieder tut; sich selbst an eine Grenze bringen und dort dann noch aushalten, weiss ich nicht. Ich weiss aber, dass ich das irgendwie brauche.

Fertig mit duschen, ich schaue meinen Rang an: Zweiter! Gut mit 13 Minuten Rückstand, doch ich habe den Drittplatzierten um 19 Minuten distanziert.
Rückblickend bin ich schon ein wenig mehr zufrieden, doch es gäbe noch Potential, um schneller zu sein.

Anschliessend treffe ich auch wieder Papa und Andi, ebenfalls sichtlich erschöpft, aber glücklich und zufrieden.

Hier die Resultate:

  • Andrin Jacomet: 1:59.10,2 2. M18, Overall 26.
  • Andreas Portner: 2:26.45,2 21. M50, Overall 119.
  • Manuel Jacomet: 3:08.03,2 67. M40, Overall 263.

Bericht vom 9. Klettgaulauf 2019

Ein Auto voll Läufer machte sich am Freitagabend auf den Weg mit dem Ziel Klettgau in Deutschland. Die 10.2 km lange Laufstrecke, überwiegend auf Feld- und Waldwegen mit 250 Höhenmeter forderte den Läuferinnen und Läufern einiges ab.

Alle starteten in der Kategorie 50 und erzielten sehr gute Zeiten und Rangierungen. Obenauf schwang der Sieg von Monika Frefel bei den W50, herzliche Gratulation zu dieser super Leistung und Deinem ersten Kategoriensieg!!!

Auszug aus der Rangliste:
W50:
1. Monika Frefel, 53:04
M50:
3. Peter Bader, 43:24
6. Christoph Lippuner, 50:25
9. Jürg Schedler, 52:14

http://www.klettgaulauf.com/index.html

Bericht vom Bike Wochenende im Schwarzwald 2019

16 gut gelaunte Biker + Bikerinnen trafen sich um 6.55 beim Talbachkreisel um Ihre Bikes einzuladen. Als dies erledigt war ging es um die Aufteilung  der Passagiere für die Fahrzeuge, auch dies ging zügig voran. Nach ca. 1 ½ Std. trafen wir frühzeitig in Todnau ein, so lag noch problemlos eine Kaffepause drin. Bei manch einer Bestellung merkte man, dass das Frühstück vermutlich klein ausgefallen war. Nun zurück zum Parkplatz denn da erwartete uns schon unser Guide oder besser gesagt unsere Guidin Namens Anette.

Los geht’s

Ich kannte Sie schon von früher aber für die meisten war es eine neue Bekanntschaft und was für eine Überraschung (so zierlich aber wenn es dann Bergauf ging blieb nur noch staunen). Ihre erfrischende Art lies sogleich gute Stimmung aufkommen. Nach der Tour Beschreibung ging es los, zuerst gemütlich durchs Dorf dann aber gleich zügig den Berg hoch. Nach einem längeren Anstieg erreichten  wir die Passhöhe des Feldberges. Als Dessert (meinte Sie) gab es nun eine schwierige Trial Abfahrt zum See, der Schwierigkeit Grad war sehr hoch und keiner schaffte es ohne ein- oder mehrmals abzusteigen. Nach einem weiteren Singletrial ging’s zum Mittagessen (wohlverdient). Die einten wollten nicht lange anstehen deshalb gab es Kuchen mit Bier. Ein Förster ermahnte noch Anette, denn dieser Trail war nicht für Biker aber Sie nahm es gelassen zur Kentniss. . Die Nachmittags Tour war super, auch wieder gespickt mit rasanten Abfahrten (genau unser Geschmack). Am Parkplatz in Todnau angekommen hatten Peter Hasler und Marco noch nicht genug und fuhren mit dem Bike zum Hotel hoch (nochmals einige mehrere Höhenmeter) Kaum abgefahren wurden Sie zügig von Petrus geduscht. Beim Bezug der Zimmer kamen wir ins Staunen, so gross hatten wir uns die Zimmer nicht vorgestellt. Vor dem Nachtessen kam natürlich die obligate Bierrunde + Yvonnes „Teekübel“ dazu. Das Nachtessen war gut nur mit dem Wein lief es schlecht, nach 3 Flaschen war die Marke schon ausverkauft. Um 23.00 Uhr musste ich schon ins Bett, da niemand mehr länger aufbleiben wollte (aus Vorsicht vor der Samstagstour oder Anette)

2. Tag

Am Samstag  teilten wir uns in zwei Gruppen, die starken Biker und die sehr starken Biker (so die Anmerkung von Anette) Wir die starken Biker bekamen nun den Lebenspartner von Anette Namens Mike (auch ein sehr lässiger Typ) als Guide. Wiederum gab es längere Anstiege und Super Abfahrten (so wie durch den von Bigi benannten Märliwald) Hier trennten sich dann unsere Wege. Unsere Gruppe nahm den langen Schlussanstieg schon jetzt in Angriff da das Wetter sich verschlechterte. Im Notschrei war dann Mittagessen angesagt (eine gute Idee) Kaum angelangt öffnete Petrus die Schleusen und wie. Eigentlich wollten wir weiter aber der Regen zwang uns nochmals zu einer Dessert Runde die Erwin mit dem Bergpreis abschloss. Die Wirtin wollte uns nicht mehr gehen lassen aber trotz dem Angebot für nochmals eine Dessert Runde mussten wir weiter. Es goss immer noch aus Kübeln und wir mussten uns den Weg übers hinunter fliessende Wasser suchen. Nach gut einer Stunde erreichten wir unser Hotel allesamt braun „geschlammt“ so dass wir nicht nur unser Bike abspritzten. Bei der obligaten Bier Runde erfuhren wir, dass die andere Gruppe die Pizzeria auch nicht mehr verlassen wollte wegen Pertusses  Theater. Auch wollte Yvonne jetzt plötzlich auch einen Hefen Tee. Zu Beginn des Nachtessen erwähnte der Kellner gleich von welchem Wein wie viel noch im Keller liegt. Dann kam Heinz auf die glorreiche Idee Ramazotti zu bestellen. Nach zwei Flaschen war dann die Stimmung nicht mehr zu bremsen. Schön war auch das alle 16 beieinander blieben und jeder was zu guter Stimmung beitrug. Ich musste auch nicht mehr wieder um 23.00 ins Bett.

Sonntag

Auch am Sonntag hatten die beiden Guides wieder eine Interessante Tour zusammengestellt. Für uns „ältere Herren“ waren die letzten Anstiege schon ein wenig steil, so dass wir zu Fuss etwa gleich schnell waren. Aber das gute Mittagessen brachte uns wieder auf Trab. Der letzte Trial zwischen Kuhweide mit Stacheldraht und normalem Weidezaun war dieses Mal einiges einfacher zu fahren als aufgefüllt mit Regenwasser wie gestern. Im Hotel angekommen mussten wir uns von den beiden Super Guides Anette und Mike verabschieden. Es war ein Super Wochenende mit sehr schönen Landschaften, Super Trials für alle, keinen schweren Stürzen und einer sehr guten Stimmung unter allen Teilnehmern. Ein Dank auch an Heinz für die gute Organisation. Zufrieden traten wir den Heimweg an und konnten zu Hause noch viel erzählen vom schönen Wochenende. 

EG